Productbeschrijving

Deye BOS-B PDU-2 A Pro – die Hochvolt-Steuerbox für Batteriecluster der BOS-B-Pro-Serie

In einem Gewerbespeicher hängt an einem einzigen Punkt alles zusammen: dort laufen die Pole aller in Reihe geschalteten Batteriemodule zusammen, dort geht die Leitung zum Wechselrichter ab, dort sitzt der Trennschalter, und dort wird gemessen und gemeldet. Bei der BOS-B-Pro-Serie ist dieser Punkt die PDU-2 A Pro.

Die Box ist auf die großen Module der Serie ausgelegt. Sie arbeitet in einem Bereich von 200 bis 1.000 V DC bei 180 A Nenn-Lade- und Entladestrom – dem Strom, den auch das BOS-B Pack 16 A3 führt. Damit deckt sie den kompletten Ausbaubereich von fünf bis sechzehn Modulen in Reihe ab, bis hinauf zum Cluster BOS-B Pro-A3 mit 819,2 V.

Ein Detail unterscheidet sie deutlich von der kleineren BOS-A-Steuerbox: Sie wird nicht mit 12 V Gleichstrom versorgt, sondern braucht eine eigene Wechselstromversorgung mit 220 bis 240 V. Das ist bei der Planung des Aufstellorts einzukalkulieren.

Alle Vorteile auf einen Blick

  • Zentrale Hochvolt-Steuereinheit für den kompletten BOS-B-Pro-Batteriecluster
  • Betriebsspannung 200 bis 1.000 V DC – deckt alle dokumentierten Ausbaustufen ab
  • 180 A Nenn-Lade- und Entladestrom, passend zum BOS-B Pack 16 A3
  • Zwei PCS-Anschlusspaare: ein Batteriecluster kann zwei Wechselrichter bedienen
  • Handbetätigter Trennschalter zum Freischalten des Racks
  • Eigene Schnittstelle für eine Notabschaltung, zusätzlich RS485-fähig
  • Anzeigebildschirm für Ladezustand und Fehlercodes direkt am Gerät
  • Signalleuchten für Hochvolt-Warnung und Systemalarm

Was die Box im Betrieb übernimmt

Über B+ und B− führt sie den gemeinsamen Plus- und Minuspol des Batteriestrangs zusammen. Über COMM2 versorgt sie das erste Batteriemodul mit 12 V Gleichspannung und stellt gleichzeitig die Datenverbindung her – von dort läuft die Kommunikation über die Modulkette weiter. An PCS COM gibt sie die Batterieinformationen an den Wechselrichter aus, der seine Lade- und Entladestrategie daran ausrichtet.

Der Anzeigebildschirm nennt Ladezustand und Fehlercodes direkt am Gerät. Dazu kommen zwei Leuchten: gelb als Hochvolt-Gefahrenanzeige, rot als Alarm für einen Fehler im Batteriesystem. Der START-Schalter aktiviert die interne 12-V-Versorgung des Hochvolt-Steuerkastens.

Zwei Wechselrichter, mehrere Racks

Die Box hat zwei PCS-Anschlusspaare, PCS1 und PCS2, jeweils mit Plus- und Minuspol. Ein Batteriecluster lässt sich damit auf zwei Wechselrichter-Gleichstromeingänge aufteilen – sinnvoll, wenn der geforderte Lade- oder Entladestrom von einem Gerät allein nicht abgenommen wird oder wenn die Anlage bewusst auf zwei Leistungseinheiten verteilt wird.

Wächst die Anlage über einen Cluster hinaus, werden die Steuerboxen über IN COM und OUT COM in Reihe verbunden: Der Ausgang der einen Box geht auf den Eingang der nächsten. Deye gibt für das 125-kW-PCS-Modul bis zu 16 Racks je PCS an.

Voraussetzungen, die vor der Bestellung geklärt sein müssen

Die PDU-2 A Pro arbeitet nicht allein. Sie braucht Batteriemodule BOS-B Pack 16 A3, ein passendes Rack sowie die Leistungselektronik – im Regelfall das 125-kW-PCS-Modul, optional ergänzt um ein MPPT-Modul für die Solarseite. Keines dieser Teile ist hier enthalten.

Zwei Punkte werden in der Praxis gern übersehen. Erstens die Hilfsversorgung: Die Box muss im Betrieb an 200 bis 240 V Wechselspannung mit 3 A und 50 bis 60 Hz angeschlossen sein – ein abgesicherter Stromkreis dafür gehört in die Planung des Technikraums. Zweitens die Ethernet-Buchse am Gehäuse: Sie ist laut Datenblatt funktional noch nicht entwickelt. Plane die Anbindung über die dokumentierten Schnittstellen, nicht über diesen Port.

Aufstellort und rechtlicher Rahmen

Die Schutzart ist IP20 – Schutz gegen feste Fremdkörper ab 12 mm, kein Schutz gegen Wasser. Die Box gehört in denselben trockenen, belüfteten Technikraum wie die Batteriemodule. Ihr Betriebstemperaturbereich von −20 bis 60 °C ist weiter als der der Zellen; maßgeblich für die Standortwahl bleibt deshalb die Batterie.

An der Box liegt die volle Gleichspannung des Clusters an, im Vollausbau über 800 V. Anschluss, Erdung, Absicherung und Inbetriebnahme dürfen ausschließlich von einer Elektrofachkraft ausgeführt werden. Bei Anlagen dieser Größenordnung sind zusätzlich die Anschlussbedingungen des Netzbetreibers, die Anmeldung nach VDE-AR-N 4105 und der Eintrag im Marktstammdatenregister zu klären – am besten, bevor Material bestellt wird.

Hinweis: Geliefert wird ausschließlich die Control Box. Batteriemodule, Rack, PCS-Modul und Anschlusskabel sind nicht enthalten. Je Batteriecluster wird eine PDU-2 A Pro benötigt. Beachte, dass die Box im Betrieb eine eigene Wechselstromversorgung braucht; die Ethernet-Schnittstelle ist laut Hersteller funktional noch nicht freigegeben.


Technische Daten: Deye – Datenblatt 125kW-2,5MW C&I ESS-Lösung (125kW PCS + 200kW MPPT + 500kW STS + BOS-B Pro-A3) (PDF)

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